Auf das MediaPad M2 aus dem Jahr 2015 folgt das MediaPad M3. Bei nahezu unveränderten Abmessungen besitzt das neue Modell ein etwas größeres und höher auflösendes Display, das von einem stärkeren Prozessor befeuert wird. Auch ein Fingerabdrucksensor ist nun vorhanden. Ob Huawei damit ein rundum gelungenes Tablet entworfen hat, zeigt unser Test.
Mit einer Displaydiagonale von 8,4 Zoll gehört das MediaPad M3 zu den handlicheren Tablets auf dem Markt. Ausgeliefert wird es mit dem Betriebssystem Android 6.0. Für möglichst flotte Reaktionen der Benutzeroberfläche sorgt ein aktueller Kirin-950-SoC, der beispielsweise auch in Huaweis Oberklasse-Smartphone Mate 8 steckt. Ein besonderes Augenmerk hat Huawei auf die Lautsprecher gelegt: Bei diesen kommt Technik des Audio-Spezialisten harman/kardon zum Einsatz. Unser Testgerät mit 32 GB fassendem internen Speicher hat einen Listenpreis von 349 Euro. Für ein Gerät mit Mobilfunk-Anbindung verlangt Huawei einen moderaten Aufpreis von 50 Euro. Auf dem deutschen Markt ist das MediaPad M3 bisher nur in einer silberfarbenen Variante erhältlich, international gibt es noch eine goldene Version.

In unserem Test muss das MediaPad M3 einerseits gegen seinen Vorgänger antreten, andererseits trifft es auf mehrere Konkurrenten, darunter das Samsung Galaxy Tab S2 8.0 sowie das Apple iPad Mini 4. Auch das Asus ZenPad 3 8.0 und das Xiaomi MiPad 2 ziehen wir zum Vergleich heran. 
Mit Abmessungen von 215,5 x 124,2 x 7,3 Millimetern unterscheidet sich die Größe des MediaPad M3 nicht wesentlich von der seines Vorgängers. Wie dieser lässt es sich daher im Hochformat gut in einer Hand halten. Laut Huawei ist beim Modellwechsel zudem das Gewicht von 330 auf 310 Gramm gefallen – unser Testgerät wog mit 322 Gramm jedoch etwas mehr als angegeben, sodass sich die Geräte auch diesbezüglich weitestgehend ähneln. Akku HP G61 .

Als Gehäusematerial kommt erneut Metall zum Einsatz, welches dem Tablet dank seiner matten Oberflächentextur sowie der sauberen Verarbeitung ein hochwertiges Äußeres verleiht. Neben schmalen Antennenstreifen unterbricht auf der Rückseite eine weiße Hochglanz-Fläche im Bereich der Hauptkamera das Material, was optisch an Huaweis aktuelles Top-Smartphone P9 erinnert. Die gesamte Vorderseite ist mit Glas bedeckt, wobei dem Gerät eine Displayschutzfolie aus Kunststoff beiliegt. Anders als beim Vorgänger ist der Bildschirm nicht mehr von einem breiten schwarzen Rahmen umgeben, sondern wird von einer zusammenhängenden weißen Fläche umschlossen.

Das Tablet fühlt sich durch die Materialwahl sehr stabil an, selbst bei stärkerer Krafteinwirkung oder Verwindungsversuchen ist ihm kein Knarzen zu entlocken. Auch das Display zeigt sich von leichtem Druck weitestgehend unbeeindruckt. Wer es darauf anlegt, kann aber vor allem in den Randbereichen eine leichte Wellenbildung erzeugen.
Neben einer 3,5-Millimeter-Headset-Buchse ist das MediaPad M3 mit einem herkömmlichen Micro-USB-Port ausgerüstet. Dass Huawei nicht wie bei seinen aktuellen Top-Smartphones auf einen modernen USB-Typ-C-Anschluss setzt, ist etwas merkwürdig. Schön ist allerdings, dass USB-OTG unterstützt wird. So können Peripheriegeräte wie Speicher-Sticks oder Tastaturen leicht angeschlossen werden. Im Auslieferungszustand waren bei unserem Testgerät noch rund 23 GB des internen Speichers frei. Per microSD-Karte kann dieser laut Huawei um bis zu 128 GB erweitert werden. Der Wechseldatenträger wird dabei als tragbarer Speicher formatiert, weshalb Programme nicht direkt dort installiert werden können. Ein Trostpflaster ist jedoch, dass der Standardpfad in den Einstellungen zur SD-Karte umgeleitet werden kann: Auch dann werden Apps zum Teil zwar im internen Speicher abgelegt. Hat deren Programmierer aber das Auslagern bestimmter Daten auf die SD-Karte vorgesehen, werden zumindest diese dorthin übertragen.

Für drahtlose Datenverbindungen steht AC-WLAN und Bluetooth 4.1 zur Verfügung. Grundsätzlich unterstützt das MediaPad M3 auch die Bildübertragung via Miracast, allerdings konnte im Versuch mit einem Amazon-Fire-TV-Stick keine Verbindung hergestellt werden.

Links neben der vorderseitigen Webcam ist eine kleine RGB-Benachrichtigungs-LED verbaut. Mit Bordmitteln kann diese zwar nicht nennenswert konfiguriert werden, jedoch ist es möglich, sie über eine Drittanbieter-App zu steuern.
Beim MediaPad M3 kommt – wie bei allen aktuellen Android-Geräten von Huawei – die hauseigene Benutzeroberfläche namens EMUI zum Einsatz. Ab Werk arbeitet das Gerät mit Android 6.0 sowie der EMUI-Version 4.1. Wann bzw. ob das Gerät ein Update auf die aktuellste Android-Version 7.0 Nougat erhalten wird, ist derzeit nicht bekannt. Sowohl in Sachen Optik als auch bei der Handhabung modifiziert Huawei das System im Vergleich zu Stock-Android deutlich. So fehlt beispielsweise der sonst übliche App-Drawer und das per Wischgeste vom oberen Bildschirmrand erreichbare Menü ist in getrennte Tabs für Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen aufgeteilt. Akku HP EliteBook 8530w .

Neben den obligatorischen Google-Programmen sowie einigen Huawei-Apps wie dem Tablet-Manager, der HiCare-App und diversen Werkzeugen sind auf dem MediaPad M3 auch mehrere Drittanbieter-Apps vorinstalliert. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Facebook, Shazam, News Republic, Twitter, Booking.com, Instagram sowie die zu Microsoft Office gehörenden Programme Word, Excel, PowerPoint und Outlook. Wer mit diesen nichts anzufangen weiß, kann sie glücklicherweise vollständig deinstallieren.
Das WLAN-Modul des MediaPad M3 unterstützt den AC-Standard und bietet so in Kombination mit einem passenden Access-Point gute Voraussetzungen für schnelle Datentransfers. Mit unserem Referenzrouter Linksys EA8500 erreichten wir im Durchschnitt 209 Mb/s beim Senden wie auch beim Empfangen von Daten. Damit bewegt sich das Tablet eher im unteren Bereich für Geräte mit AC-WLAN – ein High-End-Smartphone wie das Google Pixel XL schafft bei gleichen Bedingungen unter anderem dank MIMO-Technik mit bis zu 515 Mb/s einen deutlich höheren Datendurchsatz. Viele Geräte die lediglich N-WLAN unterstützen – wie beispielsweise das Lenovo Moto Z Play – kann das MediaPad M3 aber gut in Schach halten. In puncto Funkreichweite gibt es nichts zu beanstanden: Im Test-Setup des Autors fiel das Tablet sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz Frequenzband mit einer überdurchschnittlich stabilen Verbindung auch bei größerer Entfernung zum Router positiv auf.
Wie es sich für ein hochwertiges Tablet gehört, besitzt auch das MediaPad M3 einen GPS-Empfänger. Dieser ermittelt den aktuellen Standort mit einer Genauigkeit von bestenfalls 5 Metern, was sowohl im Freien als auch in manchen Innenräumen schnell funktioniert. Um die Leistungsfähigkeit des GPS-Moduls besser einschätzen zu können, haben wir das Tablet mit auf eine Radtour genommen, die wir parallel mit dem GPS-Fahrradcomputer Garmin Edge 500 aufgezeichnet haben. Wie bei vielen anderen Mobilgeräten zeigen sich auch beim Huawei-Tablet vor allem im Bereich der Flussüberquerung einige Ungenauigkeiten. Diese liegen jedoch im üblichen Rahmen, sodass es keine Probleme beim Einsatz als Navigationsgerät geben sollte.
Das MediaPad M3 ist sowohl an der Vorderseite als auch auf der Rückseite mit einer 8-Megapixel-Kamera bestückt. Beide bieten eine Blende von f/2.0 sowie die Möglichkeit, Full-HD-Videos aufzunehmen. Dass es sich dennoch nicht um die gleichen Komponenten handelt, zeigen die unterschiedlichen Objektive: Während die Frontkamera nur einen Fixfokus zu bieten hat, kommt auf der Rückseite ein Autofokus zum Einsatz. Einen LED-Blitz gibt es im Gegensatz zum Vorgängermodell nicht mehr. Insbesondere Selfie-Fans dürften sich aber über die vergleichsweise hochauflösende Webcam freuen.

Die Bildqualität ist für Tablet-Verhältnisse durchweg ordentlich, auch wenn Oberklasse-Smartphones heutzutage in der Lage sind, noch deutlich mehr Motivdetails abzubilden. Zudem zeigen sich bei hohen Kontrasten je nach Motiv blaue Farbsäume, die bei unseren Beispielbildern vor allem in der ersten Szene im Bereich der Blätter gut erkennbar sind. Dass hiervon aber auch manches High-End-Smartphone betroffen ist, beweist das Foto des Lumia 950 XL.

Videoaufnahmen wirken sehr flüssig und haben eine ordentliche Bildqualität. Bei wenig Licht lässt diese dann aber sichtbar nach. Der Autofokus der Hauptkamera arbeitet während des Filmens nicht, allerdings lässt sich die Schärfeebene per Fingertipp auf den Bildschirm neu justieren. Akku HP EliteBook 8530p .

In der Kamera-App können für die Hauptkamera diverse Features aktiviert werden, darunter mehrere Live-Filter, Szenen-Modi (Lichtmalerei, Nachtaufnahme, HDR, Panorama etc.) sowie ein Profi-Modus, in welchem ISO-Werte, Weißabgleich, Fokus und Belichtungszeit manuell eingestellt werden können. Für die Webcam auf der Vorderseite stehen einige der Optionen zwar nicht zur Verfügung, eine mehrstufige Verschönerungs-Option für Selfies sowie Effektfilter sind jedoch auswählbar.

Wählen Sie eine Szene und navigieren Sie im ersten Bild. Ein Klick ändert die Zoomstufe. Ein Klick auf die vergrößerten Bilder öffnet das Original in einem neuen Fenster. Das erste Bild zeigt das skalierte Photo von dem Testgerät.