Ab 500 Euro ist das Ideapad zu haben. Auf der Habenseite stehen ein kräftiger Kaby-Lake-Prozessor, im Dual-Channel-Modus laufender Arbeitsspeicher und viel Speicherplatz. Das instabile Gehäuse und der dunkle, spiegelnde Bildschirm können hingegen nicht überzeugen.
Das kürzlich von uns getestete Ideapad V110-17IKB richtet sich primär an berufliche Nutzer. Die vorhandene Windows 10 Pro Installation treibt den Kaufpreis des Rechners deutlich in die Höhe. Nun liegt uns das baugleiche, günstigere Schwestermodell Ideapad 110-17IKB vor, das Lenovo für den Privatgebrauch vorsieht. Unterschiede finden sich nicht nur beim Betriebssystem: Das Ideapad 110 bringt einen spiegelnden Bildschirm mit. Das Ideapad V110 wartet mit einem matten Modell auf. Uns liegt ein Ideapad-110-Modell vor, das über einen dedizierten Radeon Grafikkern verfügt. Entsprechend ausgestattete Modelle sind auch innerhalb der Ideapad V110 Serie zu finden. Zu den Konkurrenten des Lenovo Rechners zählen Geräte wie das Acer Aspire E5-774 und das Dell Inspiron 17.

Da die beiden Ideapad-Modelle baugleich sind, gehen wir nicht weiter auf das Gehäuse, die Ausstattung, die Eingabegeräte und die Lautsprecher ein. Entsprechende Informationen können dem Testbericht des Ideapad V110-17IKB entnommen werden.
Das spiegelnde 17,3-Zoll-Display des Ideapad verfügt über eine native Auflösung von 1.600 x 900 Bildpunkten. Es bietet nur eine geringe Helligkeit (210,4 cd/m²). Der Kontrast (624:1) geht hingegen in Ordnung. Leider zeigt das Display bei Helligkeitsstufen von 70 Prozent und darunter PWM-Flimmern mit einer Frequenz von 50 Hz. Das kann auch bei unempfindlichen Personen zu Kopfschmerzen und/oder Augenproblemen führen.

Im Auslieferungszustand zeigt der Bildschirm eine DeltaE-2000-Farbabweichung von 9,83 - ein normaler Wert im Niedrigpreissegment. Anzustreben wäre ein Wert kleiner 3. Zudem leidet das Display unter einem Blaustich.
Lenovo stattet das Ideapad mit einem blickwinkelinstabilen TN-Panel aus. Somit ist der Bildschirm nicht aus jeder Position heraus ablesbar. Im Freien ist der Rechner nicht wirklich nutzbar. Die reflektierende Displayoberfläche und die geringe Bildschirmhelligkeit verhindern es.Lenovo 3000 N200 Akku .
Das Ideapad zählt zu den 17,3-Zoll-Office-Notebooks. Der verbaute Kaby Lake Prozessor stellt mehr als genug Rechenleistung bereit. Für unser Testgerät müssen etwa 500 Euro auf den Tisch gelegt werden. Damit stellt es den aktuell günstigsten Vertreter der Reihe dar. Andere Ausstattungsvarianten sind verfügbar. Wer ein mattes Display wünscht, muss zur baugleichen Ideapad V110-17IKB Reihe greifen.

Ein neues Notebook und trotzdem treffen wir auf einen mittlerweile alten Bekannten: Auch das Ideapad wird von einem Core i5-7200U (Kaby Lake) Zweikernprozessor angetrieben. Intels ULV-Allrounder (TDP: 15 Watt) deckt die Leistungsanforderungen der meisten Nutzer ab - heute und in den nächsten Jahren. Die CPU arbeitet mit einer Basisgeschwindigkeit von 2,5 GHz. Mittels Turbo ist eine Steigerung auf bis zu 3,1 GHz (beide Kerne) möglich. Der Turbo kommt im Netz- und im Akkubetrieb zum Einsatz.
An Leistung mangelt es dem Ideapad nicht. Das bestätigen die sehr guten Resultate in den PC Mark Benchmarks. Die Rechenleistung der verbauten Hardware reicht auch für Anwendungen jenseits von Office und Internet aus. Subjektiv gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Das System läuft rund und flüssig. Die Systemleistung kann noch gesteigert werden. Dazu müsste die HDD gegen eine SSD getauscht werden. Das System arbeitet dann flinker, und Ladevorgänge verkürzen sich.
Als Systemlaufwerk dient eine herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatte der Firma Western Digital. Diese arbeitet mit 5.400 Umdrehungen pro Minute und bietet eine Speicherkapazität von 1 TB. Die Transferraten der HDD bewegen sich auf einem normalen Niveau für 5.400er-Modelle.
Neben Intels integrierter HD Graphics 620 GPU steckt auch AMDs dedizierter Radeon R5 M430 Grafikkern in dem Ideapad. Der Radeon Kern gehört der unteren Mittelklasse an. Er unterstützt DirectX 12 und arbeitet mit Geschwindigkeiten von bis 955 MHz. Der Grafikkern bleibt damit hinter der von AMD vorgesehen Maximalgeschwindigkeit von 1.030 MHz zurück. Lenovo begrenzt die Geschwindigkeit ab Werk auf die genannten 955 MHz. Es handelt sich hierbei um einen umbenannten Radeon R5 M330 Kern. Nach der Installation des neuesten Treibers wird die GPU auch unter diesem Namen in der Systemsteuerung geführt. Entsprechend unterscheiden sich die 3D-Mark-Resultate von M330 und M430 nicht. Die beiden GPUs konkurrieren mit Nvidias GeForce 920M Grafikkern.
Das Ideapad bringt viele Spiele flüssig auf den Bildschirm. Allerdings muss man sich in der Regel mit geringen Auflösungen und niedrigen bis teilweise mittleren Qualitätseinstellungen zufrieden geben. Das gilt für Titel, die keine hohen Anforderungen an die Hardware stellen. Ein aktueller Titel wie Watch Dogs 2 ist nicht spielbar. Hierfür ist der verbaute Grafikkern nicht leistungsfähig genug. Sowohl die Resultate in den 3D Mark Benchmarks als auch die in Spielen erzeugten Frameraten liegen nur etwas oberhalb derjenigen, die der Rechner produzieren würde, wenn nur der integrierte Grafikkern (Dual-Channel-Modus aktiv) arbeiten würde. Der Radeon Grafikkern bringt keinen echten Mehrwert und ist vermutlich nur aus Marketinggründen vorhanden. Man hätte auf den Kern verzichten oder ein stärkeres Modell verbauen sollen.Lenovo IdeaPad U260 Akku .
Im Leerlauf arbeitet der Lüfter in der Regel mit niedriger Geschwindigkeit. Zu hören ist er dann nicht wirklich, da er vom Rauschen der Festplatte übertönt wird. Unter Last dreht der Lüfter auf. Während unseres Stresstests messen wir einen Schalldruckpegel von bis zu 38,3 dB. Leider gibt der Lüfter ein Surren von sich. 
Unseren Stresstest (Prime95 und Furmark laufen für mindestens eine Stunde) durchläuft das Ideapad im Netz- und im Akkubetrieb auf leicht unterschiedliche Weisen. Der Prozessor arbeitet immer mit 2,4 bis 2,5 GHz. Der Grafikkern geht mit 400 MHz (Akkubetrieb) bzw. 955 MHz (Netzbetrieb) zu Werke. Die Erwärmung des Rechners hält sich in Grenzen. Während des Stresstests wird nur an wenigen Messpunkten die Vierzig-Grad-Celsius-Marke überschritten. Im Alltagsbetrieb fallen die Temperaturen deutlich niedriger aus.
Im Leerlauf messen wir einen maximalen Leistungsbedarf von 11,7 Watt - der Wert geht für ein 17,3-Zoll-Notebook in Ordnung. Während des Stresstests steigt die Energieaufnahme kurz auf 48,4 Watt, sinkt dann auf 45,4 Watt und verbleibt auf diesem Niveau. Hier macht sich der dedizierte Grafikkern bemerkbar. Ohne diesen würden die Werte niedriger ausfallen. Die Nennleistung des Netzteils beträgt 65 Watt.
In unserem praxisnahen WLAN-Test simulieren wir mittels eines Skripts die Auslastung beim Aufruf von Webseiten. Das Profil "Ausbalanciert" ist aktiv, die Energiesparfunktionen des Notebooks sind deaktiviert, und die Displayhelligkeit wird auf etwa 150 cd/m² geregelt. Das Ideapad erreicht eine Laufzeit von 4:05 h. Damit liegt es quasi gleichauf mit seinem Schwestermodell (3:51 h).
Lenovos 17,3-Zöller richtet sich primär an Privatnutzer, die ein einfaches Office-Notebook für den Hausgebrauch suchen.

Der verbaute Core i5-Prozessor stellt eine gute Wahl für das angestrebte Einsatzgebiet dar. Der Radeon Grafikkern ist der Kategorie "nett-zu-haben" zuzuordnen, da er keine wirklichen Vorteile bringt. Man hätte auf die GPU verzichten oder ein stärkeres Modell verbauen sollen. Der Rechner erwärmt sich kaum und arbeitet zumindest im Leerlauf leise. Sobald der Lüfter mit höheren Geschwindigkeiten arbeitet, gibt er ein nervendes Surren von sich. An Speicherplatz mangelt es dank der 1 TB fassenden Festplatte nicht. Ein Tausch der HDD gegen eine SSD wäre möglich. Dazu müsste aber das Gehäuse geöffnet werden. Lenovo IdeaPad Y580 Akku .

Apropos Gehäuse: Der Rechner sollte einen festen Platz auf dem Schreibtisch zugewiesen bekommen. Die Baseunit zeigt sich nicht sonderlich verwindungssteif. Würde der Rechner häufig bewegt werden, könnte die Hauptplatine Schaden nehmen. Die Tastatur des Ideapad erfüllt die Anforderungen an den Hausgebrauch. Der Bildschirm kann alles in allem nicht überzeugen. Er ist dunkel, blickwinkelinstabil und verfügt über eine reflektierende Oberfläche. Einzig der Kontrast geht in Ordnung. Die Akkulaufzeiten fallen durchschnittlich aus.